Skizze einer liberalen Informationsgesellschaft

Meinen Programmideen für eine liberale digitale Partei fehlt der Gesellschaftsentwurf, die Antwort auf die Frage, wo die Reise hingehen soll, wie die Gesellschaft aussehen soll, die eine solche Partei anstrebt. Meine Gedanken dazu will ich im Folgenden niederschreiben.

Internet und mobile Kommunikation schaffen im Prinzip die Möglichkeit, dass alle Bürger sich umfassend über ihre Belange, sei es über politische Vorhaben oder über ganz private Sorgen, etwa medizinische Probleme, informieren können, und dass sie selbst in die Entscheidungsfindungsprozesse eingreifen können. Aber dafür, das das Wirklichkeit wird und nicht nur Illusion oder harmloses Spiel bleibt, ist noch viel zu tun.

Eine liberale Partei der Informationsgesellschaft will, dass der Grundgedanke der Demokratie, in der mündige aufgeklärte Bürger ihre Angelegenheiten selbst regeln können, auf allen Ebenen zur Wirklichkeit wird. Dazu gehört aber nicht nur allgemeine Vernetzung, auch wenn das ein wichtiger Teil ist. Dazu gehört, dass Systeme geschaffen werden, die Beteiligung ermöglichen. Dazu gehört, dass wir uns alle selbst befähigen, Informationen kritisch zu beurteilen, Fakten von Fakes zu unterscheiden, subjektive Meinungen von gesicherten Erkenntnissen und Einzelstandpunkte von Konsens. Dazu gehört auch, dass wir lernen, einen Diskurs zu führen, der jedem die Möglichkeit echter Beteiligung gibt und der zu Ergebnissen führt.

Befähigung jedes Einzelnen zur Benutzung des eigenen Verstandes, das ist das Ziel. Schaffung der Möglichkeit, dass sich jeder seinen eigenen Platz sucht. Rundumversorgung oder Entlastung des Einzelnen von der Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen ist nicht das Ziel. Im Gegenteil. Die Informationsgesellschaft gibt neue Chancen für jeden, sich um sich selbst zu kümmern und um seine Nächsten. Das soll gestärkt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *