Besprechung in den Philosophisch-Ethischen Rezensionen

Jürgen Czogalla hat auf seiner Webseite und auf Amazon eine Rezension der “Kritik der vernetzten Vernunft” veröffentlicht. Er merkt darin zwei Dinge kritisch an, zu denen ich meine Gedanken kurz skizzieren möchte.

Czogalla schreibt:

Da mich besonders das Thema Ethik interessiert, habe ich natürlich mit besonderer Aufmerksamkeit das 2. Kapitel des Buches ‚Was tun‘? gelesen. Hier wartet man vergeblich darauf, gesagt zu bekommen wie man das Gute in seinem Leben erreichen kann, eigentlich ist das auch hier gar kein Thema.

Damit hat er durchaus Recht. Ich habe ja den zweiten Teil des Buches ganz bewusst nicht (mit Kant) “Was soll ich tun?” genannt, sondern “Was tun?” Allerdings habe ich versucht, genau zu analysieren, was das Sollen eigentlich ausmacht, und was es vom Müssen und vom Dürfen unterscheidet. Mich hat auch beschäftigt, wie Gewissen entsteht und wie es mit der Moral zusammenkommt. Dabei bin ich in der Tat meine eigenen Wege gegangen, die Begriffe, die ich mit diesen Worten gebildet habe, mögen nicht überall auf Begeisterung stoßen. Mir ist wichtig, die Ansprüche der Anderen, die sich in den moralischen Anforderungen des Sollens zeigen, von meinem eigenen Gewissen zu scheiden, das mir sagt, was ich muss.

Wenn es aber um das “Gute” geht, dann ist mir auch noch wichtig, über das Wünschen und das Hoffen zu sprechen, um das es mir im dritten Teil geht. Allerdings habe ich das alles innerhalb der “Kritik der vernetzten Vernunft” noch nicht zu einem Konzept vom “Guten” zusammengeführt, das bleibt noch offen. In einem Text für “The European” habe ich kürzlich schon einiges dazu skizziert.

Eine andere Kritik von Jürgen Czogalla  betrifft den “opaken Stil” der Kritik der vernetzten Vernunft, womit er meint, dass ich keine Standpunkte diskutiere, die meinen entgegengesetzt sind oder widersprechen. Dafür gibt es zwei Gründe, den einen habe ich im Vorwort auch angegeben: Ich denke, dass es im Philosophischen kein Richtig und Falsch gibt, und somit auch keine Widerlegungen, jedenfalls nicht bei starken Standpunkten. Man müsste also die unterschiedlichen Herangehensweisen und Frage-Methoden offenlegen, um zu zeigen, warum man selbst einen anderen Standpunkt erarbeitet. Das wäre sicherlich sinnvoll und anregend, hängt aber mit dem anderen Grund zusammen: Ich wollte jederzeit nachvollziehbar und verständlich schreiben und keine Verwirrung riskieren – und dieses Risiko hätte, zumal in einem relativ schmalen Buch, bei so einer Auseinandersetzung bestanden.

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