Es gab an verschiedenen Stellen Irritationen über die Adressaten der Kritik der vernetzten Vernunft, wohl auch deshalb, weil in der Pressemitteilung des Verlages der Begriff “digital natives” aufgetaucht war. Dieser Begriff taucht im Buch allerdings nicht auf.
Ich möchte den Begriff “Netzbewohner” auch ganz bewusst weiter fassen. Zum einen wird ein Land ja nicht nur von den “Eingeborenen” (natives) bewohnt, sondern auch von “Zugezogenen”.Netzbewohner sind alle, die im Netz wohnen, und wohnen würde ich hier, ganz im Sinne von Heidegger, auch als Bauen, als Gestalten verstehen wollen.
Zum Anderen ist das digitale Netz nicht das einzige Netz, das wir auf diese Weise bewohnen. Die vernetzte Vernunft ist älter als das Internet, letztlich ist sie nicht die Folge, sondern die Voraussetzung der Internet-Vernetzung. Ohne den Drang zum Netzwissen, ohne den Wunsch zur Vernetzung und ohne die Tätigkeit des Netzeknüpfens gäbe es gar kein Internet und keine “sozialen Medien” – weder die aus Papier noch die auf den Bildschirmen.
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