Brauchen wir eine Internet-Philosophie?

Immer wieder liest man von der Notwendigkeit einer speziellen Internet-Philosophie, einer Philosophie der Online Welt und der sozialen Medien. Die Welt der Vernetzung und des Internet stellen die Philosophie vor neue Fragen. Oder sind es in Wirklichkeit die alten Fragen der Philosophie, die sich im Internet neu stellen? Ist die Online-Welt nur eine neue Heimat des menschen, in der er sich einrichtet wie in jeder anderen neuen Heimat? Sind die sozialen Medien vielleicht gar nicht so verschieden von den früheren Orten der Alltagskommunikation, wie den Kneipen und Stammtischen?

Der Philosoph Jörg Friedrich, selbst Unternehmer und Mitinhaber eines Softwarehauses, das Internet-Lösungen programmiert, ist der Meinung, dass viele Fragen, die uns im Zusammenhang mit dem Internet beschäftigen, schon älter sind, als die Vernetzung von Computern.

Darum geht es in seinem Buch “Kritik der vernetzten Vernunft”.

Internet-Philosophie ist Philosophie der Vernetzung

Die Menschen haben nicht erst begonnen, sich zu vernetzen, als es das Internet gab, und auch technische Netze gab es schon lange, bevor Computernetze gebaut wurden. Das Internet ist das Ergebnis einer Vernetzung der ganzen Welt, es ist die Perfektion eines lange zuvor begonnenen vernetzten Denkens und Handelns. Wenn wir umgekehrt, ein neues Denken und Handeln als Produkt des Internet betrachten, werden wir das Netz und seinen Erfolg, aber auch seine Konsequenzen nicht verstehen.

Jörg Friedrich Internet-Philosophie

Der Philosoph Jörg Friedrich analysiert die vernetzte Vernunft

Die “Kritik der vernetzten Vernunft” stellt die Fragen nach dem Wissen, dem Handeln und dem Hoffen für die vernetzte Welt neu und baut ein Gerüst von Begriffen und Ideen, um sie täglich konkret beantworten zu können. Sie unterscheidet zwischen dem geordneten, planvoll angelegten Netzwerk (Net) und dem wuchernden, chaotischen Gewebe (Web). Sie zeigt, wie das eine in das andere übergeht, wenn Menschen ihren Zielen nachgehen, eine Kultur ausbilden.

Bald wird klar: Wir tun das nicht nur in technischen Netzwerken, wir schaffen uns diese Mittel, um die Methoden, nach denen wir uns verbinden wollen, zu perfektionieren. Und wir übertragen die perfektionierten Methoden in alle Ecken unserer Welt.

Anspruchsvolle Philosophie – verständlich formuliert

Die Kritik der vernetzten Vernunft ist keine Ratgeber-Literatur, hier wird nicht Internet-Philosophie “geboten” sondern ernsthaft philosophiert. Somit liefert das Buch auch einen Beitrag zur aktuellen philosophischen Debatte. Andererseits vertritt Jörg Friedrich die Meinung, dass Philosophen sich jedem interessierten Menschen verständlich machen sollten. Deshalb schreibt er klar und verzichtet auf Fachbegriffe, die dem Laien unverständlich bleiben. Er nutzt plastische Beispiele und spricht über die Probleme, die sich im Alltag vernetzter Menschen täglich zeigen.

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